Was passiert während der Wechseljahre im Körper?
1. Oktober 2026
Menopause, Perimenopause, Postmenopause und Wechseljahre – rund um die Menopause begegnen uns verschiedene Begriffe, die häufig gleichgesetzt werden. Dabei bezeichnen sie unterschiedliche Phasen im Leben einer Frau. Doch was genau bedeuten sie?
Dr. med. Kathrin Kern ist Gynäkologin und auf die Behandlung von Wechseljahrbeschwerden spezialisiert. In diesem Gastbeitrag für The Clinic erklärt sie, was medizinisch hinter der Menopause steckt und wie sich der weibliche Hormonhaushalt im Laufe der Wechseljahre verändert.
Wussten Sie, dass die Menopause nur rückblickend festgestellt werden kann?
Die Menopause bezeichnet die letzte Menstruation im Leben einer Frau und markiert damit das Ende ihrer fruchtbaren Lebensphase. Ob die Menopause tatsächlich eingetreten ist, lässt sich erst rückblickend feststellen: wenn zwölf Monate lang keine weitere Monatsblutung aufgetreten ist und andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Im Durchschnitt tritt die Menopause im Alter von 51 Jahren ein, üblicherweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Bei etwa einer von 100 Frauen setzt sie jedoch bereits vor dem 40. Lebensjahr ein.
Zuvor befindet sich eine Frau in der Perimenopause, auch Wechseljahre genannt. Sie umfasst die gesamte Übergangsphase zwischen der fertilen Zeit bis ein Jahr nach der Menopause. Sie dauert in der Regel zwischen vier bis zehn Jahre und wird durch hormonelle Schwankungen und möglicherweise vielfältige weitere Symptome begleitet.
Ein Jahr nach der letzten Menstruation beginnt die Postmenopause. Sie umfasst den gesamten darauffolgenden Lebensabschnitt, in dem sich der Hormonhaushalt auf einem dauerhaft veränderten Niveau einpendelt.
Welche hormonellen Veränderungen finden im Körper statt?
Um die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die biologischen Vorgänge im weiblichen Körper.
Mädchen kommen mit einem begrenzten Vorrat von rund ein bis zwei Millionen Eizellen zur Welt. Diese werden im Laufe des Lebens kontinuierlich abgebaut. Wenn der Vorrat an Eizellen zu Ende geht und der Eisprung nicht mehr regelmässig stattfindet, werden auch weniger der im Follikel (Hülle der Eizelle) produzierten Hormone Östrogene und Progesteron ausgeschüttet. Die Perimenopause hat begonnen.
Gleichzeitig sendet die Hirnanhangdrüse weiterhin Botenstoffe aus, um das Wachstum von Eizellen weiter zu stimulieren. In einem Monat wird dies gelingen, im nächsten nicht mehr. Die Folge ist ein zunehmend unregelmässiges Zusammenspiel der Hormone. Anders als bei einem gleichmässigen Rückgang des Hormonspiegels ist die Perimenopause insbesondere durch ausgeprägte hormonelle Schwankungen gekennzeichnet. Diese Veränderungen sind ein natürlicher Teil des Übergangs von der fruchtbaren Lebensphase zur Postmenopause.
